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	<title>Rohdaten &#187; Musik</title>
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		<title>Musik online entdecken &#8211; Alternativen zu Last.FM</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 18:52:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald Hartwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[BlipFM]]></category>
		<category><![CDATA[Hypemachine]]></category>
		<category><![CDATA[LastFM]]></category>
		<category><![CDATA[Music Discovery]]></category>
		<category><![CDATA[PlayFM]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Leute, die gerne neue Musik über einschlägige (soziale) Webplattformen wie LastFM entdecken, gab es in den letzen Wochen  zwei einschneidende Ereignisse: Erstens die Meldung, daß Streams auf LastFM - mit Ausnahme von Deutschland und den USA - nun kostenpflichtig sind, und zweitens der vielgelobte Relaunch von PlayFM. Zeit, sich wieder einmal einen Überblick zu verschaffen: Welche Alternativen gibt es zu LastFM, und wie gut funktionieren sie? PlayFM, Blip.FM und Hypemachine im Vergleich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a  rel="attachment wp-att-70" href="http://www.rohdaten.at/2009/06/musik-online-entdecken-alternativen-zu-lastfm/lastfm/"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-70" style="border: 1px solid black; margin: 10px;" title="lastfm" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/lastfm-150x150.jpg" alt="lastfm" width="150" height="150" /></a><em>Für Leute, die wie ich gerne neue Musik über einschlägige (soziale) Webplattformen wie LastFM entdecken, gab es in den letzen Wochen  zwei einschneidende Ereignisse: Erstens die Meldung, daß Streams auf LastFM &#8211; mit Ausnahme von D, GB und den USA &#8211; <a  title="Last.fm beginnt zu kosten (Datenschmutz)" href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/lastfm-beginnt-zu-kosten/" target="_blank">nun kostenpflichtig sind</a>, und zweitens der vielgelobte Relaunch von PlayFM. Zeit, sich wieder einmal einen Überblick zu verschaffen: Welche Alternativen gibt es zu LastFM, und wie gut funktionieren sie? PlayFM, Blip.FM und Hypemachine im Vergleich.</em></p>
<p><span id="more-18"></span>Unlängst teilte mir Last.FM, meine favorisierte Musikplattform, mit, dass ich eigentlich nur ein &#8220;kostenloses Schnupperabo&#8221; für den Streamingservice  habe und dieses nach den nächsten 30 Titel auslaufen werde. Irgendwie wars ja klar: die Verwertungsgesellschaften und die Musikindustrie machen Druck, und LastFM ist ja ohnehin schon seit Längerem im Besitz der Musikindustrie. Die Community will man nicht allzu sehr vergraulen, daher wird der Abopreis mit 3 eur pro Monat relativ moderat angesetzt. Absurd und ärgerlich ist allerdings, dass im &#8220;gemeinsamen Wirtschaftsraum&#8221; EU mit zweierlei Maß gemessen wird: In Deutschland ist das Streaming gratis, weil dort durch Online-Werbung genug Geld hereinkommt. Der Ösi (und die meisten anderen Nationen) muss zahlen. Die Gründe dafür sind so vielschichtig, dass Sie genug Stoff für einen eigenen Blogartikel abliefern würden, diesmal soll es aber eher um pragmatischere Dinge gehen:</p>
<ul>
<li>Welche legalen, kostenfreien Services zum Entdecken neuer Musik stehen hierzulande im Moment zur Verfügung?</li>
<li>Wie funktionieren sie, wie unterscheiden sie sich voneinander, wie hoch ist der &#8220;Suchtfaktor&#8221; bei längerem Konsum?</li>
</ul>
<p>Drei Services werde ich hier näher beleuchten: <a  title="Play.fm" href="http://play.fm" target="_blank">Play.fm</a>, <a  title="Blip.fm" href="http://blip.fm" target="_blank">Blip.fm</a> und <a  title="Hypemachine" href="http://www.hypem.com" target="_blank">Hypemachine</a>. Sie alle gibt es schon länger, und es wurde schon reichlich darüber geschrieben. Aber auch Musikplattformen machen eine Evolution durch und es bilden sich charakteristische Community-Kulturen, die sich durchaus voneinander unterscheiden können. Ein Vergleich des State-of-the-Art im Sommer 2009 kann daher durchaus aufschlussreich sein.</p>
<p><strong>Play.fm</strong></p>
<div id="attachment_43" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a  href="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/playfm2.png" class="thickbox no_icon" rel="gallery-18" title="playfm2"><img class="size-medium wp-image-43" style="border: 1px solid black;" title="playfm2" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/playfm2-300x223.png" alt="Schreenshot Play.FM" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Schreenshot Play.FM</p></div>
<p>PlayFM gibt es schon seit 2004. Erst <em>Departure</em>-Geld hat es aber nun den Betreibern möglich gemacht, auf playFM eine hochprofessionelle Plattform mit kommerziellem Geschäftsmodell aufzuziehen, die in ihrem Segment &#8211; DJ Culture &#8211; seinesgleichen sucht. Kürzlich wurde die Plattform <a  title="Play.fm relaunch auf futurezone" href="http://futurezone.orf.at/stories/1503262" target="_blank">einem Relaunch unterzogen</a>.</p>
<p>DJs können bekanntlich Leben retten. DJs und ihre Sets (Mixes) sind auch die zentralen Einheiten, um die sich in PlayFM alles dreht. Die DJs laden ihre Sets selbst hoch. Die user suchen sich den DJ ihres Vertrauens oder wählen einfach eines der 35 Genres aus und können &#8211; kostenfrei und ohne Registrierung &#8211; DJ Sets oder Genre-Streamings abspielen.</p>
<p>Da die Tracks meist nahtlos ineinander übergehen, ist es oft schwierig herauszufinden welcher Track von welchem Interpreten gerade läuft. Hier leistet der Player von PlayFM erstaunliches: Wie in einem Musikeditor sieht man die Waveform der Musik, wobei ein Marker immer die gerade abgespielte Stelle anzeigt. Zusätzlich haben die DJs Markierungen an den jeweiligen Übergängen gesetzt. Und hier setzen die Community-Funktionen von PlayFM an: Wie in einem Wiki können alle registrierten User die Tracklists editieren und kommentieren. So kommt man auch als HörerIn zu recht vollständigen Sets von Metadaten. Sind die Stücke einmal identifiziert, werden sie auch mit mehreren Online-Shops verlinkt, wo man die Tracks dann käuflich erwerben kann. Von den Track-Verkäufen gehen ein paar Prozent wieder an PlayFM. Eigentlich ein geniales Geschäftsmodell, das einen vernünftigen Kompromiss zwischen den Interessen von Rechteinhabern, Vertrieben, Musikern, Hörern und dem Plattform-Betreiber selbst anstrebt &#8211; heutzutage fast so etwas wie die Quadratur des Kreises. Noch spielen die Verwertungsgesellschaften mit, hoffentlich bleibt es so.</p>
<p>Der Dienst ist natürlich auf Freunde der Klubkultur zugeschnitten; Indie, Alternative und Metal sucht man hier vergebens, ganz zu schweigen von Jazz, Folk oder Klassik. Gehört man aber zur Zielgruppe, kenne ich aber derzeit im Netz wohl kaum vergleichbar  Gutes.</p>
<ul>
<li><a  title="(Fast) alles, was man sich wünschen kann (netzwertig.com)" href="http://netzwertig.com/2009/05/14/playfm-fast-alles-was-man-sich-wuenschen-kann/" target="_blank">(Fast) alles, was man sich wünschen kann (netzwertig.com)</a></li>
<li><a  title="Play.fm will im sozialen Netz mitspielen (futurezone)" href="http://futurezone.orf.at/stories/1503262/" target="_blank">Play.fm will im sozialen Netz mitspielen (ORF Futurezone)<br />
</a></li>
</ul>
<p><strong>Blip.fm</strong></p>
<div id="attachment_41" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a  href="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/blipfm.png" class="thickbox no_icon" rel="gallery-18" title="blipfm"><img class="size-medium wp-image-41" style="border: 1px solid black;" title="blipfm" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/blipfm-300x241.png" alt="Screenshot Blip.FM" width="300" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Screenshot Blip.FM</p></div>
<p>Während bei Play.fm das DJ-Tum als eigenständige Kunstform angesehen wird und die Protagonisten wohl vorwiegend bezahlte Aufleger in mehr oder weniger renommierten Klubs sind, pflegt Blip.fm ein ganz anderes Bild des DJs: Jeder, der sich registriert und ein Musikstück verlinkt und kommentiert, ist ein &#8220;DJ&#8221;. Blip ist im Grunde Twitter für Musikempfehlungen; Während Twitter die Frage „What are you doing“ stellt, heisst es bei Blip.fm “What are you listening to?”. Dementsprechend eng verknüpft sind auch die Dienste. Twitterer verwenden oft Blip zum Posten von Musiklinks. Das kann man auch automatisieren.</p>
<p>Ein kurzer Einblick in die seltsame Begriffswelt von Blip.fm: Steht bei Play.fm der DJ im Zentrum der Betrachtungen, ist es bei Blip.fm der &#8220;Blip&#8221;. Ein Blip ist, wie schon weiter oben erwähnt, eine Kombination aus einer max-140-Zeichen-Kurzmeldung und einem Link zu einem Musikstück. Jeder registrierte User, der Blips postet, ist ein &#8220;DJ&#8221;. Aus den Blips formen sich Playlists, die dann von den Usern gehört werden können. Reputation ist auch hier wichtig: Gefällt einem, was ein DJ geblipt hat, kann man &#8220;Props&#8221; verteilen. Gefällt einem überhaupt, was ein DJ posted, kann man &#8220;Listener&#8221; dieser Person werden, und in die eigene Liste der &#8220;favourite DJs&#8221; aufnehmen. So soll man schön langsam zu &#8220;maßgeschneiderten&#8221; Playlists gelangen, die dem eigenen Geschmack entsprechen, und kommuniziert gleichzeitig auf spielerische Weise mit anderen Leuten im Netz: Props, Blips, Replies und Re-Blips haben sicher für mache Leute Suchtcharakter. Andere wird es eher nerven.</p>
<p>Nett ist, dass bei vielen Songs gleich automatisch das entsprechende YouTube-Video gestartet wird. Nervig ist, dass der Player statisch in die aktuelle Seite eingebunden wird. Klickt man unachtsam während des Zuhörens auf einen anderen Link und vergisst, einen neuen Tab aufzumachen, bricht der Player ab.</p>
<p>Um Musik hören zu dürfen, muss man sich registrieren. Die Registrierung ist aber kostenlos, und es gibt auch keine kostenpflichtigen Premium-Pakete. Blip.FM selbst speichert keine Musik, verlinkten Stücke befinden sich irgendwo im Netz und verschwinden auch manchmal wieder; dass hier nicht alles legal ins Netz gestellt wurde, liegt auf der Hand.</p>
<p>Kommen wir zur Musik: Betrachtet man die DJ-Profile, scheint der Dienst ziemlich USA-lastig zu sein, entsprechend überwiegen auch amerikanische Interpreten. Zum Unterschied von PlayFM dominiert hier die Musikform des &#8220;Songs&#8221; und das Genre &#8220;Pop&#8221;. Viele DJ scheinen auch an Musikarchäologie interessiert zu sein, so erkläre ich mir den hohen Prozentsatz an geblipten &#8220;Oldies&#8221; aus vergangenen Jahrzehnten &#8211; Aktuelle Veröffentlichungen oder gar Neuerscheinungen sind eindeutig in der Minderheit. Mir ist es auch nach intensiver Auswahl der DJs nicht gelungen, eine einigermassen hörbare Playlist zu erzeugen, ohne daß ich einzelne Stücke händisch rausschmeissen muss. Das funktioniert bei LastFM besser. Und die Blips -  also die Textmeldungen -  unterbieten in punkto Originalität und Informationsgehalt her sogar Twitter jederzeit locker&#8230;</p>
<ul>
<li><a title="Musikgezwitscher" href="http://www.blogpiloten.de/2008/08/20/blipfm-%E2%80%93-musikgezwitscher/|Blogeintrag über Blip" target="_blank">Musikgezwitscher (Blogpiloten.de)</a></li>
<li><a  title="10 things I love about blip.fm" href="http://www.crackunit.com/2008/08/18/10-things-i-love-about-blipfm/">10 things I love about blip.fm (crackunit.com)</a></li>
</ul>
<p><strong>Hypemachine</strong></p>
<div id="attachment_42" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a  href="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/hypemachine.png" class="thickbox no_icon" rel="gallery-18" title="hypemachine"><img class="size-medium wp-image-42" style="border: 1px solid black;" title="hypemachine" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/hypemachine-300x235.png" alt="Screenshot Hypemachine" width="300" height="235" /></a><p class="wp-caption-text">Screenshot Hypemachine</p></div>
<p>Mehr als alle anderen Musikplattformen kommt die Hypemachine dem guten alten Konzept des &#8220;Musikmagazins&#8221; nahe: Es bündelt mehr als tausend Musikblogs auf der ganzen Welt und stellt sie zu einem riesigen, virtuellen, tönenden Zeitung zusammen. Vom Wortanteil (und der Qualität der Beiträge) ist es damit natürlich das krasse Gegenteil zu Blip.fm, dafür kann man hier genauso gut schmökern wie lauschen.</p>
<p>Bei Hypemachine wird mitnichten jedes dahergelaufene Blog aufgenommen; es muss sich zuerst einer Qualitätskontrolle: Die Blogger müssen die Musik mögen, gut schreiben können und regelmäßig posten. Solch ein  editorialer Anspruch mutet im Web 2.0 fast altmodisch an, tut der allgemeinen Qualität aber gut.</p>
<p>Zum Unterschied von den meisten anderen Plattformen bietet die Hypemachine kaum Möglichkeiten zu Personalisierung. Man kann sich gerade mal die Lieblingsblogs zusammenstellen, um deren Postings immer im Auge zu haben. Dazu muss man aber erst einmal herausfinden, welche der ca. 1400 Blogs einem besonders zusagen. Eine Genre-Navigation sucht man hier vergebens &#8211; ein Unikum unter den gängigen Musikplattformen. Bei Hypemachine wird alles aggregiert und durch einen einzigen Kanal geschickt &#8211; dieser manifestiert sich dann im etwas aufdringlich moderierten Webradio oder auch in der &#8220;Zeitgeist&#8221;-Rubrik, eine Art Jahres-Charts, die den Geschmack des &#8220;durchschnittlichen&#8221; Hypemachine-users recht anschaulich abbildet. Dadurch wird die Hypemachine aber auch ihrem Namen gerecht, denn wenn alles personalisiert und gleichgemacht wird, so nach dem Motto &#8220;Jedem das seine&#8221;, dann tritt auch nichts aus dieser neutralen Masse hervor. Die Hypemachine bekennt sich zum &#8220;Hype&#8221;, mit allen vor- und Nachteilen, die damit verbunden sind. Und damit wird letztlich auch dafür gesorgt, dass aktuellen und neuen Releases klar der Vorzug gegenüber dem Schwelgen in Evergreens gegeben ist.</p>
<p>Der durchschnittliche Hypemachine-User tendiert jedenfalls klar zu Alternative- und Indiepop und etwas eingängigerer Clubmusik, hierzulande wird so etwas auch als &#8220;FM4-Musik&#8221; gebranded. Will man andere Sachen hören, muss man Interpret oder Songtitel in die Suche eingeben und kann dann über die angezeigten Blogs auch gut Neues entdecken. Und hier manifestiert sich dann doch eine erstaunliche Bandbreite: Eine Suche nach &#8220;Beethoven&#8221; findet neben &#8220;Camper van&#8221; auch durchaus eine Treffer für &#8220;Ludwig van&#8221;. John Cage, Miles Davis, Pierre Boulez, Chick Corea, Nusrat Fateh Ali Khan&#8230;fast alle Musikgenres kommen letztlich zum Vorschein, wenn man unter der Oberfläche wühlt.</p>
<ul>
<li><a  title="Hypemachine Zeitgeist auf netzwertig.com" href="http://netzwertig.com/2009/01/14/hype-machine-zeitgeist-mehr-als-die-summe-der-einzelnen-teile/" target="_blank">Hypemachine Zeitgeist: Mehr als die Summe der einzelnen Teile (netzwertig.com)</a></li>
<li><a  title="Hypemachine Tutorial (Oh what a world)" href="http://www.ohwhataworld.de/?p=3396" target="_blank">Nette Einführung in die Benutzung von Hypemachine (oh what a world)</a></li>
<li><a title="Interview Anthony Volodkin (Futurezone)" href="http://futurezone.orf.at/stories/1603058/|Fuzo Interview" target="_blank">Interview mit einem der Hypemachine-Gründer (ORF Futurezone)</a></li>
</ul>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Eines wird  bei der Beschäftigung mit diesen Plattformen klar: den einen, umfassenden Musikservice, der alles kann und alle bedient, gibt es nicht und wird es wohl nie geben. Schon die Funktionsweisen der vier vorgestellten Plattformen unterscheiden sich erstaunlich deutlich voneinander. Play.fm und Hypemachine werden mich sicher wiedersehen, blip.fm eher nicht.</p>
<p>Insgesamt sehe ich die &#8220;zahlreichen kostenlosen Alternativen&#8221;  zu Last.FM, von denen oft die Rede ist, im Moment nicht, zumal viele eigentlich interessante Plattformen wie <a  title="Spotify" href="http://www.spotify.com" target="_blank">spotify</a>, <a  title="Pandora" href="http://www.pandora.com" target="_blank">pandora</a>, <a  title="Simfy" href="http://simfy.de" target="_blank">simfy</a> oder <a  title="Roccatune" href="http://www.roccatune.com/" target="_blank">roccatune</a> (derzeit?) in Österreich nicht funktionieren. Es bleibt überlegenswert, ob man nicht doch die 3 eur pro Monat für LastFM berappen soll, wenn man den Service wirklich mag.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 215px"><a  href="http://livingears.com/music/TheField/the-field-yesterday.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-18" title="The Field - Yesterday and today"><img style="border: 1px solid black;" title="The Field - Yesterday and today" src="http://livingears.com/music/TheField/the-field-yesterday.jpg" alt="The Field - Yesterday and today" width="205" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">The Field - Yesterday and today (Kompakt)</p></div>
<p>Meine Musikentdeckung der Woche ist übrigens  <a  title="The more that I do" href="http://http://hypem.com/track/832422/The+Field+-+The+More+That+I+Do+Foals+Remix" target="_blank">The more that I do</a> von <a  title="The Field" href="http://www.myspace.com/thefieldsthlm" target="_blank">The Field</a>. Zugegeben, das erste Mal habe ich den Track Im Sumpf bei Fritz Ostermeier gehört &#8211; auf Hypemachine war er aber leicht aufzustöbern. The Field ist ein Schwede namens Axel Willner, der auf dem erwähnten Track mit den Cocteau Twins genauso verfährt wie El Guincho mit afrikanischen Gesängen: Geloopte Samples mit vielen Gesangsanteilen, wunderbar musikalisch übereinander geschichtet, sodaß die Originalmusik noch erkennbar ist (wenn man sie denn kennt&#8230;),  das ganze aber doch einen ganz eigenen Charakter bekommt. Sehr schön.</p>
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		<title>Bloggen im vorigen Jahrhundert: Wiener Fanzine-Kultur in den späten Achtziger Jahren</title>
		<link>http://www.rohdaten.at/2009/05/bloggen-im-vorigen-jahrhundert-fanzine-kultur-in-den-spaten-achtziger-jahren/</link>
		<comments>http://www.rohdaten.at/2009/05/bloggen-im-vorigen-jahrhundert-fanzine-kultur-in-den-spaten-achtziger-jahren/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 May 2009 15:07:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald Hartwig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Fanzines]]></category>

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		<description><![CDATA[Chelsea Chronicle Nr. 2

Ende der Achtziger Jahre waren die Weblogs aus Papier, für "Mashups" wurde der Uhu-Stick herangezogen. Wir schrieben hauptsächlich über Musik, und unser Medium waren "Fanzines": zusammenkopierte Heftchen, die, in kleinen Auflagen produziert, an den diversen Szenetreffpunkten zum Selbstkostenpreis verscherbelt wurden. Immerhin ergab sich dadurch schon damals ein kleiner kreativwirtschaftlicher Verwertungskreislauf...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a  rel="attachment wp-att-66" href="http://www.rohdaten.at/2009/05/bloggen-im-vorigen-jahrhundert-fanzine-kultur-in-den-spaten-achtziger-jahren/chelsea_chronicle_nr2_qu/"><img class="size-thumbnail wp-image-66 alignleft" style="border: 1px solid black; margin: 10px;" title="chelsea_chronicle_nr2_qu" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/chelsea_chronicle_nr2_qu-150x150.jpg" alt="Chelsea Chronicle Nr. 2" width="150" height="150" /></a><em></em></p>
<p><em>Ende der Achtziger Jahre waren die Weblogs aus Papier, für &#8220;Mashups&#8221; wurde der Uhu-Stick herangezogen. Wir schrieben hauptsächlich über Musik, und unser Medium waren &#8220;Fanzines&#8221;: zusammenkopierte Heftchen, die, in kleinen Auflagen produziert, an den diversen Szenetreffpunkten zum Selbstkostenpreis verscherbelt wurden. Immerhin ergab sich dadurch schon damals ein kleiner kreativwirtschaftlicher Verwertungskreislauf&#8230;</em></p>
<p><span id="more-6"></span></p>
<p>Heutzutage ein Weblog zu eröffnen kann man nicht gerade als Pioniertat bezeichnen. Zahllose haushaltende Erziehungsberechtigte, <a  title="Die Leiden einer jungen Kassiererin" href="http://workflex.wordpress.com/2009/02/03/buchtipp-anna-sam-die-leiden-einer-jungen-kassiererin/" target="_blank">überqualifizierte SupermarktkassiererInnen</a>, minderjährige Gamer und arbeitslose BauarbeiterInnen sind mir da schon zuvorgekommen. Immerhin kann ich aber behaupten, schon vor mehr als zwanzig Jahren meine ersten Artikel veröffentlicht zu haben, in einer Zeit, in der nur einige Futuristen einen Computer besaßen und vom &#8220;Internet&#8221; noch lange nicht die Rede war. So wie viele Gleichgesinnte schrieb ich hauptsächlich über Musik: Plattenkritiken, Livekritiken, Interviews. Unser Medium waren &#8220;Fanzines&#8221;: zusammenkopierte Heftchen, die, in kleinen Auflagen produziert, an den diversen Szenetreffpunkten zum Selbstkostenpreis verscherbelt wurden. Davon soll mein &#8220;First Post&#8221; handeln.</p>
<div id="attachment_62" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a  href="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/sg12.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-6" title="sg12"><img class="size-thumbnail wp-image-62" title="sg12" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/sg12-150x150.jpg" alt="Sniffin' Glue Nr. 12" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Sniffin&#39; Glue Nr. 12</p></div>
<p>Recherchiert man intensiv genug, ließe sich das Fanzinetum wahrscheinlich bis zu den alten Ägyptern zurückverfolgen. Im &#8220;engeren Sinn&#8221; (also mit Merkmalen wie zusammenkopierte Textfahnen, bewusst trashige Grafik, Do-It-Yourself-Haltung) ist wohl das Punk-Fanzine Sniffin&#8217; Glue die Mutter aller Fanzines. Herausgegeben von Mark Perry, einem Londoner Punk der ersten Stunde, erschien es von Juli 1976 bis Spetember 1977. Die ersten Ausgaben hatten eine Auflage von 50 Stück, spätere brachten es auf 15.000. Grund genug für Mark Perry, sein Projekt zu beenden.</p>
<p>Mein coming-out als Fanzine-Schreiber hatte ich 1986, als Othmar Bajlicz, damals einer von drei Besitzern des Musiklokals Chelsea, begann, die Musikszene aufzumischen. Keine Bar hatte damals so viele Live-Konzerte und so viele DJ-Schienen. Im Chelsea nun musste ein Informationsmedium her, das den Kreislauf der evolvierenden Lokalcommunity schliessen sollte. Das <em>Chelsea Chronicle</em> war geboren. Die redaktionelle Leitung wurde dem Zeitungs- und Radiojournalisten, DJ und praktizierenden Chelseaisten Chris Duller übertragen.</p>
<p>Müßig zu erwähnen, dass es sich beim<em> Chelsea Chronicle</em> um ein sehr &#8220;analoges&#8221; Medium handelte. Bei den ersten Ausgaben wurden die Texte von den Schreibern oft handschriftlich abgegeben, dann mit Schreibmaschine abgetippt, ausgeschnitten, mit Uhu-Stick &#8220;gelayoutet&#8221;, kopiert und mit Heftklammern zusammengetackert. Einer der Schreiber hatte einen Vater, der bei IBM arbeitete. Im Jahr 1987 bekam er von ihm einen Computer geschenkt. Der Bildschirm war natürlich Schwarzweiss und kleiner als der eines heutigen 10-Zoll-Netbooks. Disketten wurden nicht gebraucht, wir kannten ja sonst niemanden, der einen solchen Computer hatte.</p>
<p>Auf dem Rechner gab es ein Textverarbeitungsprogramm, das zwei revolutionäre Features hatte: Erstens konnte man den Text nachträglich korrigieren, ohne ihn komplett neu tippen zu müssen, und zweitens brach er genau an der richtigen Stelle in die nächste Zeile um. Unglaublich &#8211; man brauchte, ja man durfte am Ende einer Zeile nicht mehr <em>Return</em> zu drücken, sonder nur noch am Ende eines Absatzes. Schreibmaschinenschreiber wie ich brauchten einige Zeit, um das zu kapieren. Letztlich dauerte es aber nur ein paar Ausgaben, bis das <em>Desktop Publishing</em> aufkam und damit nach der Schreibmaschine auch der Uhu-Stick überflüssig wurde.</p>
<div id="attachment_67" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a  href="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/chelsea_chronicle_nr3_qu.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-6" title="chelsea_chronicle_nr3_qu"><img class="size-thumbnail wp-image-67" title="chelsea_chronicle_nr3_qu" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/chelsea_chronicle_nr3_qu-150x150.jpg" alt="Titelseite von Chelsea Chronicle Nr. 3, leider durch ein Bananenetikett verunstaltet." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Titelseite von Chelsea Chronicle Nr. 3, leider durch ein Bananenetikett verunstaltet.</p></div>
<p>All diese Aspekte des technischen Fortschritts berührten uns Schreiber aber nur am Rande, schließlich waren wir für die Inhalte zuständig. Die Grundlage (und den oft wackeligen Einstieg in den Musikjournalismus) bildeten die Platten- und Livekritiken. Dann gab es noch ein paar KolumnistInnen, die wahrscheinlich am ehesten mit den heutigen Bloggern vergleichbar sind. Sie ließen auch mal die Musik links liegen und schrieben über ganz was anderes. Und kamen damit erstaunlich gut an. Die Königsdisziplin aber waren die Interviews: Weilten die persönlichen Musikheroes mal auf einem Konzert in Wien, konnte man sie in einem miefigen Backstageraum persönlich treffen, mit ihnen ein Bier trinken und ihnen Fragen stellen. Die Musikheroes waren meistens freundlich und kooperativ, schließlich verschafftest du ihnen Aufmerksamkeit. Interviews von angesagten Bands waren oft gute Kandidaten für die Titelseiten der Fanzines, und das bedeutete Ruhm und Ansehen zum Quadrat. Und um Ruhm und Ansehen ging es, denn Zeilenhonorar gab es gewöhnlich keines. Auch eine Parallele zur heutigen Blogosphäre.</p>
<p>War man mehrgleisig unterwegs,  ergab sich aber ein perfekter Kreativ-industrieller Kreislauf: Man holte sich von den Plattenfirmen die Gratis-Rezensionsexemplare, schrieb eine Plattenkritik im Fanzine. Am Abend legte man als DJ die Platten auf, durfte währenddessen frei trinken soviel man wollte. Mixen und Scratchen gab es höchstens in New York; in Wien beschränkte man sich auf Überblendungen zwischen den Songs, dadurch blieb genung Zeit, um mit Freunden zu plaudern und die eigenen sozialen Netzwerke zu pflegen &#8211; oder sexuelle Beziehungen anzubahnen. Zur Sperrstunde gab es ein paar hundert österreichische Schilling bar auf die Hand, mit denem man die WG-Miete zahlte oder die eigene Plattensammlung punktuell erweiterte.</p>
<div id="attachment_63" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a  href="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/akz_rubinowitz_qu.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-6" title="akz_rubinowitz_qu"><img class="size-thumbnail wp-image-63" title="akz_rubinowitz_qu" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/akz_rubinowitz_qu-150x150.jpg" alt="Die &quot;Allgemeine Krankenhaus Zeitung&quot; von Tex Rubinowitz" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Die &quot;Allgemeine Krankenhaus Zeitung&quot; von Tex Rubinowitz</p></div>
<p>Das Beispiel <em>Chelsea Chronicle</em> machte in Wien schnell Schule. Viele Schreiber in den frühen Ausgaben gründeten selber Fanzines. Christian Schachinger (heute Der Standard) und Peter Rehberg gründeten den <em>Gürtel</em> (damals eine Referenz auf den grindigsten Stadtteil von Wien &#8211; von Lokalmeile war noch keine Rede). Der Gürtel setzte in Punkto Trash und <em>Scheiss-mich-nix-Haltung</em> noch eines drauf. Der Autor und Cartoonist Tex Rubinowitz gründete die <em>Amerikanische Krankenhaus Zeitung</em> und veröffentlichte unter anderem Texten von Max Goldt, der ebenfall in Berlin als Fanzine-Schreiber begann. Das Flex Digest widmete sich der Hardcore-Szene rund ums Flex, das damals noch in Meidling beheimatet war. Auch das Skug war eine Abspaltung des Chelsea Chronicle, hatte aber eher die Ansprüche einer seriösen Musikzeitung. Das Skug ist auch das einzige Fanzine von damals, das heute noch regelmäßig erscheint.</p>
<p><a  href="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/basilisk_qu.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-6" title="basilisk_qu"><img class="size-thumbnail wp-image-65 alignleft" title="basilisk_qu" src="http://www.rohdaten.at/wp-content/uploads/basilisk_qu-150x150.jpg" alt="basilisk_qu" width="150" height="150" /></a><em>Basilisk, Grubenhund, Vampyroteutus Infernalis</em>, <em>Tief unten, Arschloch Glücklich</em>&#8230; die Liste ließe sich lange fortsetzen. Sie alle lebten von der Initiative und der Leidenschaft ihrer Betreiber und wurden eingestellt, als dieses verbraucht war. Für einige Schreiber war es ein Sprungbrett in den professionellen Journalismus, sie heuerten beim Standard, beim Falter oder beim ORF an. Dank Web 2.0, Wordpress, RSS und Konsorten wuselt es heute wieder an der Basis. Die Möglichkeiten sind heute ganz andere, die Motivation der Protagonisten ist aber im Großen und Ganzen gleich geblieben: Es geht erstmal nicht um Geld, sondern um Aufmerksamkeit. Um soziale Anerkennung und die Platzierung des eigenen Standpunktes, manchmal um die Erprobung der eigenen schreiberischen Qualitäten, manchmal um ein Stück Exhibitionismus oder Hirnstriptease, und manchmal um die Hoffnung, auf Umwegen irgendwann doch noch zu so etwas wie <em>Zeilenhonorar </em>zu kommen.</p>
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